Wenn jede Minute zählt PDF Print E-mail
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Saturday, 13 November 2010 10:27

Luxemburger Wort
Freitag, den 5. November 2010


Feuerwehren der Gemeinden Berdorf, Befort und Consdorf verfügen über neue Defibrillatoren

Wenn jede Minute zählt

Wehren können bereits Erste Hilfe leisten, bevor der Notarzt eintrifft

VON JEROEN VAN DER HOEF

In diesem Jahr sind die Feuerwehren aus Berdorf und Befort mit automatischen Defibrillatoren ausgestattet worden. Die Wehr aus Consdorf wird in naher Zukunft mit einem gleichen Gerät ausgerüstet sein. Somit werden diese drei Feuerwehren in der Lage sein, im Falle eines Herz-Kreislauf-Versagens bei einer Person, adäquat Erste Hilfe zu leisten.

Im Notfall spiele Zeit eine wichtige Rolle, erklärt Jerry Collignon, Korpschef der Feuerwehr Berdorf. Aus diesem Grund braucht ein „Samu“, der aus Ettelbrück oder Luxemburg- Stadt zum Einsatzort in die Gemeinden Berdorf, Befort oder Consdorf fahren muss, relativ lange, bis der Rettungsdienst beim Patienten eingetroffen ist. „Die zukünftige Reform der Luxemburger Rettungsdienste sieht unter anderem vor, jedem Bürger in einem Zeitraum von zehn Minuten eine medizinische Erstversorgung zu sichern“, erklärt Collignon. Diese Fristen könnten aber oft von den Krankenwagen des Zivilschutzes und sogar von den Notärzten nicht eingehalten werden.

Die aktiven Mitglieder der Feuerwehren Berdorf, Befort und Consdorf müssen den Umgang mit dem Defibrillator regelmäßig üben. (FOTO: JEROEN VAN DER HOEF)

Die Wehren aus Berdorf und Befort – und demnächst auch Consdorf – haben alle jeweils einen Defibrillator für den Einsatz angeschafft, damit sie bereits Erste Hilfe leisten können, bevor der Notarzt dem Patienten helfen kann. Die Wehren können somit lebenswichtige Zeit überbrücken. „Wir haben uns für einen Defibrillator entschieden, da unsere Gemeinde rund 2 200 Einwohner zählt“, sagt der Beforter Korpschef Alex Pereira. Zwar sei, je nach Saison, auch ein Exemplar auf der Eisbahn, beziehungsweise im Freibad vorhanden, doch es dauere aufgrund der Distanzen zu lange, ehe ein Notarzt zur Stelle sei.

Ein weiteres Argument: Für alle drei Gemeinden gilt, dass sie gern von Touristen besucht werden und somit die Zahl aller Personen, die sich in diesen Kommunen aufhalten, wesentlich höher liegt als die reine Einwohnerzahl. Auch bei großen Veranstaltungen, beispielsweise dem „Haupeschfest“ am kommenden Wochenende in Berdorf, ist es von Bedeutung, einen „Defi“ griffbereit zu haben.

Die Geräte seien auch von Laien zu nutzen. Allerdings, so Collignon weiter, sei eine regelmäßige Übung notwendig, damit im Ernstfall die richtige Handhabe gewährleistet sei. Der „Defi“ wird nach den Worten von Daniel Thiel, Kommandant der Consdorfer Feuerwehr, in drei Sprachen programmiert sein: Deutsch, Französisch und Englisch. „Somit kann jeder mit dem Gerät umgehen“, sagt er.

Defibrillatoren sind ab 1 000 Euro erhältlich. Die Batterien halten sich im Durchschnitt sechs Jahre. „Es gibt keine weiteren Ausgaben für den Unterhalt der Geräte“, ergänzt der Berdorfer Instruktor John Apel. An einem Defibrillator komme man einfach nicht mehr vorbei, wenn man bedenke, dass mit dem Gerät viele Menschenleben gerettet werden können.

Was ist ein Defibrillator?

Ein Defibrillator ist ein Gerät zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen und Herzstillständen. Der Defibrillator gibt elektrische Impulse an das Herz ab und aktiviert dadurch den Herzschlag beziehungsweise bringt ihn wieder in den richtigen Rhythmus. Weil Defibrillatoren lebensrettend sind, gibt es heute spezielle Geräte, die auch Laien bedienen können. Die Geräte haben eine sprachgesteuerte Benutzerführung und steuern selbstständig den Ablauf der Herzstimulation. Dem Laien bleibt lediglich die Aufgabe, das Gerät einzuschalten und sich an die Sprachanweisungen zu halten. Defibrillatoren eignen sich nur zur Behandlung von akuten, lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen des Herzens, etwa nach Unfällen oder Herzinfarkten. (QUELLE: ONMEDA.DE)