Ein Duo setzt sich für mehr Sicherheit ein. PDF Print E-mail
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Friday, 26 November 2010 07:32

Luxemburger Wort
Mittwoch, den 24. November 2010


Auf dem Feuerwehrübungsterrain in der Gemeinde Mertert wird auf Professionalität gesetzt.

Ein Duo setzt sich für mehr Sicherheit ein.

Dietmar Kuhn und Wolfgang Schmeltzle sind seit einigen Monaten auf dem Gelände Ragtal berufstätig.


VON JEROEN VAN DER HOEF

Vor wenigen Monaten haben alle Gemeinderäte aus dem Osten sowie Niederanven entschieden, jährlich 2,50 Euro pro Einwohner der Vereinigung Ragtal zur Verfügung zu stellen. Das Geld soll reserviert werden für eine Beschäftigung von zwei Arbeitskräften auf dem Gelände der Regionalen Atemschutz-Geräte-Träger-Ausbildungsanlage Luxemburg(Ragtal). Dietmar Kuhn und Bernd Schmeltzle sind inzwischen seit einigen Monaten auf dem Übungsterrain in der Gemeinde Mertert berufstätig. Das „Luxemburger Wort“ stellt beide Herren vor.

Dietmar Kuhn bereitet ein Training in einem Container mit unbehandeltem und trockenem Holz vor. (FOTOS: JEROEN VAN DER HOEF)Dietmar Kuhn (40) ist seit dem 1. September Hauptausbilder von Ragtal und der Region Osten. Zuvor arbeitete er drei Jahre bei Eurojust, der Justizbehörde der Europäischen Union mit Sitz in Den Haag. Dort war er als „Fire & Safetyofficer“ eingestellt und zuständig für die Bekämpfung von grenzüberschreitendem Verbrechen. Sein Arbeitsplatz befindet sich nun nicht mehr in der niederländischen Großstadt, sondern im Osten Luxemburgs. Warum eigentlich? „Das haben viele Menschen gefragt“, sagt Kuhn. Seine Frau habe eine Arbeitsstelle beim Europäischen Parlament angetreten und „mich reizt diese Aufgabe als Hauptausbilder sehr“, erklärt er.

Seine Wurzeln hat Kuhn im Raum Karlsruhe. Dort war er auch in der Berufsfeuerwehr, hat sich aber gleichzeitig dafür interessiert, auf internationalem Parkett zu arbeiten. Seit 16 Jahren ist er als Ausbilder tätig und nun eben in der Gemeinde Mertert.

Die Ausbildung für Feuerwehrleute ist in Luxemburg noch neu, hatte ihren Ursprung vor rund 25 Jahren in Schweden, als dort zwei Feuerwehrmänner bei einem Einsatz in Stockholm ums Leben kamen. Daraufhin machte man sich Gedanken, so Kuhn, wie man Unfälle während des Einsatzes verhindern kann und wie Feuerwehrleute sich besser auf den Einsatz vorbereiten können. Diese schwedische Initiative wird inzwischen in ganz Europa gehandhabt.

Kuhn hat in seinem Job viele Aufgaben: Er arbeitet ein Atemschutznotfallkonzept aus, bei dem eigene Leute in Gefahr gerettet werden können. Er ist Mitglied in einer internationalen Arbeitsgruppe, in der wichtige Erfahrungen ausgetauscht werden. Wie seine Berufsbezeichnung schon aussagt, ist Kuhn für die Schulung im Atemschutznotfall-Training verantwortlich, damit alle aktiven Feuerwehr-Mitglieder, die er unterrichtet, für den Notfall gewappnet sind. In den Containern auf dem Ragtal-Gelände werden Brandeinsätze simuliert, die er bis ins Detail plant. Außerdem ist Kuhn noch Einsatzkraft im „Centre d'intervention“ von Junglinster, um in der Praxis zu bleiben.

Bernd Schmeltzle macht in diesen Tagen und Wochen das Übungsgelände winterfest.Den Hobby zum Beruf gemacht hat Wartungstechniker Bernd Schmeltzle. In den vergangenen Jahren hat er mit seinen Kollegen sehr viel ehrenamtliche Arbeit geleistet, die Ragtal-Anlage aufzubauen und zu warten. Dass der 42-Jährige somit wie maßgeschneidert für den geschaffenen Posten war, versteht sich von selbst. „Ich kenne wirklich jede Schraube hier auf dem Gelände persönlich“, lächelt Schmeltzle. Bei der Feuerwehr in Langsur und Mertert war er aktiv, ebenso bei der Firma DuPont als Schichtleiter der Werksfeuerwehr neben seiner Funktion als Arbeiter. Heute ist Schmeltzle Sektionschef und Vorstandsmitglied im Einsatzzentrum in Mertert.

Schmeltzle hält sich in seiner Freizeit noch häufig auf dem Ragtal-Gelände auf. „Die Arbeit geht mir nicht aus“, sagt er. In diesen Wochen gehe es darum, die Anlage winterfest zu machen, damit die Ausbildung auch in den Wintermonaten gewährleistet ist. Unter anderem müssen Türen abgedichtet werden.

Laut den Worten von Roland Faust, Präsident der „Ragtal asbl.“, ist die Qualität bei der Ausbildung der Feuerwehren im Osten Luxemburgs stark gestiegen. Eine internationale Zusammenarbeit könne nun außerdem ermöglicht werden. „Ragtal gilt als Kompetenzzentrum und Dienstleiter für die Feuerwehr“, betont er. Die Anlage mit den Strukturen sei unverzichtbar geworden, da die Sicherheit für die Einsatzkräfte zunähme.

Last Updated on Monday, 13 December 2010 09:16